MMS: Gefahr nicht unterschätzen


Angebliches Wundermittel
MMS: Gefahr nicht unterschätzen
mauritius images / Roman Budnyi / Alamy / Alamy Stock Photos

Egal ob Krebs, AIDS, Rheuma oder Corona – glaubt man dem Internet, ist MMS (Miracle Mineral Supplement) ein Wundermittel gegen zahlreiche Krankheiten. Amtliche Stellen hingegen warnen eindrücklich vor ernsten Gesundheitsgefahren bei der Einnahme.

Haltlose Versprechen

Spätestens in der Corona-Pandemie ist MMS zu einer zweifelhaften Berühmtheit gelangt, weil es massiv als angebliches Heilmittel gegen die Viruserkrankung beworben wurde. Verbreitet wurde das Gesundheitsversprechen vor allem in sozialen Netzwerken – meist über alternativmedizinische oder gar esoterische Kreise. Der Hype um MMS besteht allerdings schon länger und ist zurückzuführen auf den Ex-Scientologen Jim Humbles. Dieser behauptet, MMS würde gegen viele ernsthafte Erkrankungen wirken, etwa AIDS, Hepatitis A, B und C, Malaria, Herpes, Tuberkulose und die meisten Krebsformen.

Eindrückliche Warnung vor der Einnahme

MMS wird meist in zwei Flaschen verkauft. Die eine Flasche enthält eine Lösung aus Natriumchlorit (nicht zu verwechseln mit Natriumchlorid, also Kochsalz). In der zweiten Flasche befindet sich eine Säure. Vermischt man beide, entsteht Chlordioxid – eine ätzende, giftige Substanz, die in der Industrie als Desinfektionsmittel oder zum Bleichen verwendet wird. So wundert es nicht, dass öffentliche Stellen wiederholt und eindrücklich vor der Anwendung von MMS warnen – in Deutschland etwa das Bundesinstitut für Risikobewertung, die Giftnotrufzentrale oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, in den USA die Food & Drug Administration.

Von Verätzungen bis Nierenversagen

Denn während jeder Wirkungsnachweis für MMS fehlt, sind die gesundheitlichen Risiken gut belegt. Dazu zählen Verätzungen von Haut und Schleimhaut, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall bis hin zum Nierenversagen. Wer bereits MMS zuhause hat, sollte es also dringend wieder entsorgen – und zwar bezeichnenderweise über den Sondermüll.

Quellen:

  • Klartext Nahrungsergänzung: Miracle Mineral Supplement (MMS): Erhebliche Gesundheitsgefahr
  • MedWatch: Darum geht es bei Chlordioxid und MMS

News

Behörde warnt vor Longevity-Infusionen
Behörde warnt vor Longevity-Infusionen

Fragwürdige Vitamincocktails

Infusionen mit Vitaminen und Aminosäuren gelten auf Social Media als neuer Gesundheitstrend. Unter Schlagworten wie „Longevity“ oder „Biohacking“ werden mehr Schönheit, Energie und gesundes Altern versprochen. Fachleute warnen jedoch vor unterschätzten Risiken.   mehr

Vorsicht in der Höhe mit Kindern
Vorsicht in der Höhe mit Kindern

Gesundes Bergwandern

Wandern in den Bergen ist bei vielen Familien beliebt. Doch ab 2500 m warten neben der intensiven Sonneneinstrahlung auch andere Herausforderungen auf den Körper. Vor allem vor der Höhenkrankheit muss man Kinder schützen.   mehr

Vor Sonne und Stichen schützen

Mann steht vor Palmen und sprüht sich ein Mückenschutzmittel auf den Unterarm.

Sommerliche Herausforderung

Im Sommer möchte man sich meist sowohl vor Mücken als auch vor Sonnenbrand schützen. Was ist dabei zu beachten?   mehr

HPV-Impfung gegen Krebs
HPV-Impfung gegen Krebs

Für junge Menschen empfohlen

Humane Papillomaviren können Krebs verursachen. Eine Impfung gegen das Virus kann davor schützen – doch wie funktioniert das und wer sollte sich impfen lassen?   mehr

Stärker mit Kreatin?
Stärker mit Kreatin?

Hilft nicht immer

Nahrungsergänzungsmittel zur Verbesserung sportlicher Leistungen sind beliebt. Aktuell besonders beworben wird Kreatin. Was sagt die Wissenschaft dazu?   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Mylius-Apotheke
Inhaberin Melanie van Huck
Telefon 036781/4 00 02
Fax 036781/4 06 44
E-Mail myliusapo@pharma-online.de